Eine Akustikkabine dämmt nur, wenn sie dicht ist: Wände, Glas und eine gut schließende Tür halten den Schall zurück und damit auch die Luft. Ohne aktive Lüftung würde sich in einer geschlossenen Kabine die verbrauchte Luft sammeln. Die Belüftung der Akustikkabine ist deshalb kein Extra, sondern Teil der Konstruktion. Dieser Ratgeber erklärt, welche Luftmengen die Silentbox-Modelle bewegen, wo die Luft ein- und austritt, was die deutschen Regeln zur Raumluft sagen und worauf Sie vor dem Kauf achten sollten. Gedacht ist eine solche Kabine als Rückzugsort für Telefonate, Videocalls und kurze Fokusphasen.
Warum eine dichte Kabine eine aktive Lüftung braucht
Wird es in einer Telefonbox stickig? Das entscheidet die Lüftung. Menschen geben beim Atmen Kohlendioxid, Wärme und Feuchtigkeit ab. In einem großen Büro verteilt sich das auf viel Raumvolumen; in einer Kabine für eine bis vier Personen ist das Luftvolumen klein, und die dichte Hülle verhindert, dass Luft durch Fugen nachströmt. Je besser eine Kabine dämmt, desto mehr kommt es also auf die aktive Lüftung an. Die deutsche Technische Regel für Lüftung, die ASR A3.6, nutzt Kohlendioxid als Maßstab für die Luftqualität in Räumen und begründet das so:
Sind die Beschäftigten und sonstigen anwesenden Personen die bestimmende Ursache für Stofflasten im Raum, ist die CO2-Konzentration ein anerkanntes Maß für die Bewertung der Luftqualität. Erfahrungsgemäß hat eine erhöhte CO2-Konzentration einen negativen Einfluss auf die Aufmerksamkeitsleistung.
ASR A3.6 „Lüftung“, Abschnitt 4.2 Abs. 2
In einer Kabine, in der Menschen telefonieren, verhandeln oder sich konzentrieren, ist Aufmerksamkeit genau das, worauf es ankommt. Prüfen Sie die Lüftung vor dem Kauf deshalb genauso sorgfältig wie den dB-Wert.
Luftmenge in m³/h: die Werte der Silentbox-Modelle
Die Luftmenge in Kubikmetern pro Stunde (m³/h) gibt an, wie viel Luft die Lüftung einer Kabine in einer Stunde bewegt. Silentbox nennt sie für jedes Modell einzeln, und so sollten Sie sie auch lesen: zusammen mit der Zahl der Personen, für die die Kabine gebaut ist. Die Einzelkabinen liegen bei 250 bis 300 m³/h (Solo Premium: 300 m³/h), die Kabinen für zwei bis vier Personen bei 550 bis 600 m³/h. Die Lüftung der Telefonbox wächst also mit der Größe der Kabine. Eine Angabe nur je Serie oder ohne Bezug zum Modell ist für den Vergleich wenig aussagekräftig; fragen Sie im Zweifel nach dem Wert für genau das Modell, das Sie aufstellen wollen.
Luftmenge der Silentbox-Modelle laut Katalog
| Modell | Personen | Lüftung |
|---|---|---|
| Solo Premium | 1 Person | 300 m³/h |
| Duet Premium | 2 Personen | 550–600 m³/h |
| Quartet Premium | bis zu 4 Personen | 550–600 m³/h |
| Solo Lite | 1 Person | 250–300 m³/h |
| Duet Lite | 2 Personen | 550–600 m³/h |
| Quartet Lite | bis zu 4 Personen | 550–600 m³/h |
| WorkPod | 1 Person | 250–300 m³/h · 2 Ventilatoren |
Lüftung mit Präsenzsensor; Zu- und Abluft in der Decke. Lüftungsgeräusch bei allen Modellen laut Katalog: leise, mit Schalldämpfern.
Zu- und Abluft in der Decke: wie die Luft geführt wird
Bei Silentbox sitzen Zuluft und Abluft in der Decke der Kabine. Die Duet Premium und die Quartet Premium haben zwei Deckeneinheiten mit Lüftungsgittern und LED-Leuchten, die Lite-Modelle eine Deckeneinheit mit Lüftungsgitter, der WorkPod arbeitet mit zwei Ventilatoren. Die Lüftung nimmt Luft aus dem Büro auf und gibt die verbrauchte Luft wieder an den Raum ab. Einen Anschluss an die Lüftungsanlage des Gebäudes braucht die Kabine nicht: Für Lüftung und Licht genügt eine normale 220-V-Steckdose. Das macht die Aufstellung einfach, hat aber eine Folge, die oft übersehen wird. Die Kabine bekommt keine Außenluft, sondern genau die Luft, die im Büro vorhanden ist. Ihre Lüftung sorgt dafür, dass sich die Luft in der Kabine nicht von der Raumluft abkoppelt. Frischer als der Raum, in dem sie steht, kann sie jedoch nicht sein.
Die Kabine ist so frisch wie das Büro: was ArbStättV und ASR A3.6 vorgeben
Die Arbeitsstättenverordnung verlangt in Anhang Nr. 3.6, dass in Arbeitsräumen während der Nutzungsdauer „ausreichend gesundheitlich zuträgliche Atemluft vorhanden sein“ muss. Die ASR A3.6 macht das am CO₂-Gehalt der Raumluft fest. Ihre Tabelle 1 unterscheidet drei Bereiche: Unter 1000 ppm sind keine weiteren Maßnahmen nötig, zwischen 1000 und 2000 ppm soll das Lüftungsverhalten überprüft und verbessert werden, über 2000 ppm sind weitergehende Maßnahmen erforderlich. Nach Abschnitt 6.3 wird der Außenluftvolumenstrom so ausgelegt, dass 1000 ppm eingehalten werden. Eine Luftmenge in m³/h pro Person nennt die ASR A3.6 nicht. Diese Regeln richten sich an Räume und an den Arbeitgeber (§ 3a ArbStättV), nicht an Möbel. Für die Kabine folgt daraus: Gute Raumluft im Büro ist die Voraussetzung, die Kabinenlüftung bringt sie hinein. Ein zweiter Punkt gehört in die Planung, denn die DGUV ordnet eingebaute Raum-in-Raum-Lösungen so ein:
Sollen Beschäftigte in Gruppen- oder Großraumbüros Konzentrationsarbeit verrichten, werden hierfür häufig in die Fläche eingebaute Raum-In-Raum-Lösungen (z. B. Think Tanks) angeboten. Diese sind in der Regel als Arbeitsräume zu betrachten und müssen deshalb eine Mindestfläche von 8 m² aufweisen […]
DGUV Information 215-443 „Akustik im Büro“ (2021), Kapitel „Büro- und Nutzungskonzepte“
Planen Sie eine Akustikkabine deshalb als Ort für Telefonate, Videocalls und kurze Fokusphasen, nicht als dauerhaften Schreibtisch. Wie Beschäftigte sie nutzen, klärt der Arbeitgeber in seiner Gefährdungsbeurteilung.
Präsenzsensor und Touch-Steuerung: Lüftung ohne Knopfdruck
Damit die Belüftung der Akustikkabine läuft, wenn sie gebraucht wird, arbeitet sie bei Silentbox mit einem Präsenzsensor: Betritt jemand die Kabine, startet die Belüftung automatisch. Auch das LED-Licht mit 3500–4500 K hat einen Bewegungssensor. Niemand muss daran denken, einen Schalter zu drücken, auch nicht in der Eile vor einem Call. Über ein Touchdisplay am Tisch lassen sich Lüftung und Licht anpassen; bei den Lite-Modellen beschreibt der Katalog das ausdrücklich als Einstellung von Lüfterstufe und Lichthelligkeit. So kann jede Person den Luftstrom an das eigene Empfinden anpassen: etwas mehr bei einem längeren Gespräch zu zweit, etwas weniger, wenn der Luftzug stört.
Leise trotz Luftstrom: Schalldämpfer und Zugluft
Jede Lüftungsöffnung ist akustisch eine Schwachstelle: Wo Luft durchkommt, kommt auch Schall durch. Silentbox führt die Luft deshalb über Schalldämpfer; im Katalog ist das Lüftungsgeräusch bei allen Modellen als „leise, mit Schalldämpfern“ angegeben. Einen Messwert in Dezibel für den Lüfter nennt der Katalog nicht. Am besten beurteilen Sie das Geräusch selbst, an einer aufgebauten Kabine. Der zweite Komfortpunkt ist Zugluft. Die Arbeitsstättenverordnung verlangt für raumlufttechnische Anlagen, dass die Beschäftigten „keinem störenden Luftzug ausgesetzt sind“ (Anhang Nr. 3.6 Abs. 3). Die ASR A3.6 nennt als typischen Fall ohne unzumutbare Zugluft eine mittlere Luftgeschwindigkeit unter 0,15 m/s bei +20 °C und leichter Arbeit. Das ist ein Richtwert für Räume, kein Kabinenwert. In der Kabine hilft die einstellbare Lüfterstufe, den Luftstrom angenehm zu halten.
Checkliste: die Lüftung vor dem Kauf prüfen
Ob es in der Telefonbox im Büro genug Frischluft gibt, hängt an wenigen, gut prüfbaren Punkten:
- Luftmenge: der Wert in m³/h für das konkrete Modell, nicht nur für die Serie.
- Personenzahl: für wie viele Menschen das Modell gebaut ist.
- Luftführung: wo Zu- und Abluft sitzen. Bei Silentbox liegen beide in der Decke.
- Steuerung: Präsenzsensor und einstellbare Lüfterstufe.
- Geräusch: an einer aufgebauten Kabine selbst anhören.
- Garantie: Bei der Premium-Serie gehören Lüftungssystem und Ventilator zu den beweglichen Teilen mit 3 Jahren Garantie; Solo Lite, Duet Lite, Quartet Lite und WorkPod haben 3 Jahre Garantie.
- Raumluft: die Lüftung des Büros selbst, denn die Kabine nutzt diese Luft.
Häufige Fragen zur Belüftung von Akustikkabinen
Wird es in einer Telefonbox stickig?
Nicht, wenn die Luft aktiv ausgetauscht wird. Bei Silentbox sitzen Zu- und Abluft in der Decke, ein Präsenzsensor startet die Lüftung, und die Luftmenge liegt je nach Modell bei 250 bis 600 m³/h. Weil die Kabine Büroluft nutzt, kommt es zusätzlich auf eine gute Lüftung des Raums an.
Wie viel Luft braucht eine Akustikkabine?
Eine Luftmenge pro Person schreiben die deutschen Arbeitsstättenregeln nicht vor. Die ASR A3.6 bewertet Raumluft über den CO₂-Gehalt und nennt 1000 ppm als Maßstab. Vergleichen Sie bei Kabinen die Luftmenge in m³/h je Modell und die Zahl der Personen, für die das Modell gebaut ist.
Wie laut ist die Lüftung in einer Telefonbox?
Der Silentbox-Katalog beschreibt das Lüftungsgeräusch bei allen Modellen als „leise, mit Schalldämpfern“; einen dB-Wert für den Lüfter nennt er nicht. Die Lüftung lässt sich am Touchdisplay einstellen. Am zuverlässigsten ist es, das Geräusch an einer aufgebauten Kabine selbst anzuhören.
Braucht eine Akustikkabine einen Lüftungsanschluss?
Nein. Eine Silentbox braucht nur eine normale 220-V-Steckdose und keine Verbindung zur Lüftungsanlage des Gebäudes. Sie tauscht die Luft mit dem Büro aus, in dem sie steht.
Schaltet sich die Lüftung automatisch ein?
Ja. Ein Präsenzsensor startet die Lüftung, sobald jemand die Kabine betritt; auch das LED-Licht hat einen Bewegungssensor. Die Lüftung können Sie danach am Touchdisplay anpassen.
Darf man in einer Telefonbox den ganzen Tag arbeiten?
Die DGUV Information 215-443 betrachtet eingebaute Raum-in-Raum-Lösungen in der Regel als Arbeitsräume, die mindestens 8 m² groß sein müssen. Planen Sie eine Telefonbox deshalb für Telefonate, Videocalls und kurze Fokusphasen. Wie Beschäftigte sie nutzen, legt der Arbeitgeber in seiner Gefährdungsbeurteilung fest.
Quellen
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